Energie durch Whisky
Obwohl ich in Stirling geheiratet habe, stehe ich mit schottischen Spezialitäten auf Kriegsfuß. Um Haggis (mit Innereien gefüllter Schafsmagen), oder dem kalten Haferbrei Porridge habe ich stets einen großen Bogen gemacht (mehr über typisch schottische Leckereien und Kultur: http://www.schottenblog.de/).
Auch vom schottischen Whisky habe ich wenig Ahnung. Da kennen sich Kollege Thomas Saalfeld oder mein schottischer Freund Neil vom Braunschweiger Fachgeschäft “Weinberg” (http://www.weinberg-bs.de/goettingstr.html) wesentlich besser aus. Deshalb wollte ich ihm und allen anderen Whisky-Tastern Salzgitters folgende Nachricht nicht vorenthalten.
Laut der britischen Zeitung “The Guardian” sollen ab 2013 etwa 9.000 Haushalte mit schottischem Malt Whisky versorgt werden – keine Sorge, nicht buchstäblich. Ein Biomassekraftwerk soll aus Nebenprodukten, die bei der Produktion entstehen, Energie gewinnen. 16 von knapp 50 Destillerien werden sich an diesem Projekt beteiligen (http://www.guardian.co.uk/environment/2011/may/04/whisky-energy-biomass-scotland-speyside).
Whisky-Kennern ist die schottische Region Speyside natürlich ein Begriff. Mit dem 56 Millionen Euro teuren Vorzeigeprojekt soll sie ein Modell für die Gewinnung erneuerbarer Energien werden: Tradition und Zukunftsfähigkeit müssen sich nicht widersprechen.
Forscher der Napier Universität in Edinburgh wollen in ferner Zukunft aus den Abfallprodukten der Whisky-Herstellung gar Biosprit entwickeln.
Ähnliches muss uns hier mit der Sole einfallen – und 380-kV-Höchstspannungsmasten wären ein Problem von gestern.
Salzgitter Zeitung: 10. Mai 2011, Salzgitter Lokales (in gekürzter Fassung)






