Fußball-Weltmeister scheitern schneller – als Trainer
Wer im Sport einmal erfolgreich war, soll weiterhin erfolgreich bleiben – als Trainer. Beispiele gibt es genug, quer durch alle Sportarten. Heiner Brand wurde im Handball als Spieler und Übungsleiter Weltmeister, wie Kaiser Franz beim Fußball oder Frank Ullrich beim Biathlon.
Auch auf Kreisebene durchzieht sich dieser Automatismus in den meisten Sportarten ebenso. Beim Profifußball bin ich mir nicht so sicher, ob die Regel erfolgreicher Spieler gleich erfolgreicher Coach stimmt. Was haben Klaus Augenthaler, Guido Buchwald, Andreas Breme und der unvermeidbare Lothar Matthäus gemeinsam? Richtig, alle sind Spieler-Weltmeister.
Angesichts ihrer bisherigen Bilanz an der Seitenlinie werden sie eines wohl nicht werden: Trainer-Weltmeister. Und ist Klinsi nicht grandios gescheitert? Dafür gibt es Beweise, hat Journalisten-Kollege Udo Muras herausgefunden. Von den sechs 1990er-Weltmeistern, die es bislang in die Bundesliga schafften, konnte sich keiner auf Dauer halten.
Statistisch gewinnt der Weltmeister-Trainer nur 39,7 Prozent seiner Spieler und Titel holt er höchstens nur außerhalb Deutschlands (siehe Buchwald). Im Ausland reißen sie mehr, scheinen ihre Fähigkeiten besser zum Tragen zu kommen. Wenn sich unsere Augen Richtung Wolfsburg richten, kann es für Pierre „Litti“ Littbarski nur heißen: Mit „Sie“ zum Erfolg oder einfach in die Reihe der Ex-Mitspieler einreihen. Mit der Niederlage vom vergangenen Wochenende scheint der Anfang in letztere Richtung gemacht…
Braunschweiger Zeitung, Peine: 15. Februar 2011, Lokalsport Peine (in gekürzter und veränderter Fassung)




