Keine Hobbit- oder Titanic-Pinte in Salzgitter, sonst droht Hollywood
Was haben englische Pubs und unsere Dorfkneipen gemeinsam? Richtig, sie sterben einen schleichenden Tod. Während bei uns Dörfer schon längere Zeit ohne ihren Stammtisch auskommen müssen, sieht es in Großbritannien (noch) ein weniger rosiger aus.
Allerdings: Auch dort stirbt der soziale Treffpunkt aus, das Feierabend-Bier in geselliger Runde scheint vorbei.
Und wenn es nicht wirtschaftliche Gründe sind, funkt Hollywood dazwischen. Die Produzenten der “Herr der Ringe”-Verfilmungen wollen den legendären Pub und Veranstaltungsort “The Hobbit” in Southampton schließen oder zur Namensänderung zwingen – es bestehe Verwechslungsgefahr und überhaupt: man besitze die Namensrechte, die Kneipe nicht.
Das rief nun selbst Stephen Fry auf den Plan, der zurzeit für eben jene Hobbit-Verfilmung in Neuseeland vor der Kamera steht. Unnötiges, kleinliches Draufdreschen sei das, was die Namensrechte-Inhaber betreiben, twitterte Großbritannies Ikone. Damit löste er ungeahnte Solidaritätswellen für das Hobbit-Pub aus.
Stellen Sie sich vor, in Salder gebe es die “Nachts im Museum”-Kneipe, in Beddingen eine “Titanic”-Pinte oder in Heerte den Bierverlag “Die Wildgänse kommen” – Hollywood, sei uns gnädig!
Salzgitter Zeitung: 16. März 2012, Salzgitter Lokales






