“Die Post ist da!” So grüßt mein Schwiegervater Gerhard seit fünf Monaten seine Nachbarn in Heere. In seinem neuen Beruf ist der Rentner Postbote im Ellenhof – allerdings unfreiwillig.
Der Zusteller eines Briefdienstleisters macht sich seine Aufgabe nämlich einfach. Mit schöner Regelmäßigkeit wird die Post der Nachbarn in den Briefkasten meines Schwiegervaters gestopft. Der verteilte sie brav weiter, bis es ihm mit der Regelmäßigkeit zu viel wurde.
Er rief in der Zentrale in Hannover an und beschwerte sich: “Hier liegt sicher kein Versehen vor. Schicken Sie mir Ihren Zusteller vorbei, damit ich ihm die Briefkästen meiner Nachbarn persönlich zeigen kann.” Der Brieflogistiker gelobte Besserung. Dennoch lag nun erneut Fremdpost in Gerhards Briefkasten.
Mit den Briefen ging er zur Nachbarin, samt Hinweis, das könne seine letzte Zustellung als Bote wider Willen sein. Antwort der Nachbarin: “Wie schade, aber hier habe ich einen Brief für dich, der bei uns eingeworfen wurde.” – Vom besagten Briefdienstleister.
So oder so: Die Post war da im Ellenhof.
Salzgitter Zeitung: 26. Januar 2012, Salzgitter Lokales










