Stolpersteine für Salzgitter
Berlin hat sie, Braunschweig ebenso und seit Mai diesen Jahres auch Wolfenbüttel – Stolpersteine. Gemeint sind im Boden eingelassene Messing-Gedenktafeln. Sie messen zehn mal zehn Zentimeter und tragen den Namen eines Menschen, der während des Nationalsozialismus ermordet, deportiert oder in den Selbstmord getrieben wurde. Die Steine befinden sich in der Nähe des letztes selbstgewählten Wohnortes des Opfers (hier zur Interseite der Stolpersteine: http://www.stolpersteine.com/).
Die Idee geht auf den Künstler Gunter Denning zurück, der 1992 den ersten Stein vor dem Kölner Rathaus einließ – zum 50. Jahrestag, als Heinrich Himmler den Befehl zur Deportation der Sinti und Roma gab. Denning sagt: “Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.”
Nebenbei: Die Stolpersteine in mehr als 500 deutschen Orten sind alle privat finanziert, eine Patenschaft für Herstellung und Verlegung kostet 95 Euro. Das muss kein Hinderungsgrund sein.
Auch wenn unsere Stadt noch jung ist, ist sie wesentlich vom Dritten Reich geprägt. Ehe die Namen der Opfer verblassen: Der erste Stolperstein zum 70. Geburtstag Salzgitters wäre eine ehrenhafte Idee, meinen Sie nicht auch?
Salzgitter Zeitung: 17. Juni 2011, Salzgitter Lokales




