Torflut hui, Stammformationen pfui
Zwischenbilanzen der Salzgitteraner Mannschaften in den beiden Fußball-Nordharzligen
Von Torsten Bogdenand und Frank Wehrmann
SALZGITTER. Nach dem fünften Spieltag sind in der Fußball-Nordharzliga insgesamt 331 Tore gefallen. Die Teams der neuen Spielklasse sind in Torlaune. Schlecht für die Abwehr, gut für Stürmer.
Mit einer Trefferquote von mindestens vier Toren pro Spiel hätten es aus Sicht der Zuschauer in den 70 Spielen nicht besser laufen können. Viele Tore und neue Mannschaften bereichern die Fußball-Landschaft in Salzgitter.
Ob gut oder verhalten in die Saison gestartet, eines verband nahezu alle Mannschaften im Fußballkreis: Urlaub und Verletzungspech in der Saisonvorbereitung machten einen Einsatz einer Stammformation unmöglich.
Die Tabelle dürfte nach dem fünften Spieltag kaum Aussagekraft haben. Mit einem Sieg sind die Kellerkinder im Mittelfeld und umgekehrt. Ein kleiner Blick auf Ergebnisse und Tabelle sei dennoch erlaubt.
Salzgitters erfolgreichstes Nordharz-Team: SC Gitter II
Im Süden dürfen sich die Anhänger des SC Gitter freuen. In der Vorsaison haben sie gerade noch am vorletzten Spieltag auf den Nordharzliga-Zug aufspringen können. In dieser Saison sind sie mit zwölf Punkten und dem vierten Tabellenrang bislang die erfolgreichste Elf aus Salzgitter. Wer Tore sehen möchte, ist bei Gitter II ebenfalls gut aufgehoben. In sieben Partien bejubelten die Zuschauer 38 Tore.
Dass die Umstellung nicht allen Truppen gelingt, wird in der Staffel 1 deutlich. Hier ist die SG Steinlah/Haverlah als bislang einziges Team beider Staffeln ohne Punktgewinn.
“Zebra”-Trainer Reinhard Lossau brachte es auf den Punkt: “Wenn Du zwei oder drei Tore schießt, musst Du ein Spiel gewinnen.” Die Perspektive der jungen Mannschaft sei gut, daher dürfte der aktuelle Stand nur kurzfristig zu Sorgenfalten der Verantwortlichen führen.
Auch der TSV Hallendorf dürfte sich mehr erhofft haben. Erst im fünften Anlauf sicherte Hüseyin Gülsahin mit seinem Treffer die ersten TSV-Punkte, der die Vorsaison als Kreisliga-Dritter abschloss.
Siege nach Eingewöhnungsphase?
Aufsteiger AKV Salzgitter schlägt sich derweil wacker. Trainer Bayram Kaymak kann ab sofort wieder auf den gesamten Kader zurückgreifen. “Wir sind zwar komplett, aber die Rückkehrer brauchen noch Zeit, um den Trainingsrückstand aufzuholen”, so Kaymak. Trotz dreier Niederlagen ist Kaymak optimistisch. “Es wird in dieser Liga schneller und mit mehr Körpereinsatz gespielt. Wir werden uns daran gewöhnen und dann folgen auch wieder Siege”, so Kaymak weiter.
Mit gleicher Punktzahl ist Fortuna Lebenstedt II gestartet. Trotz des erheblichen Verletzungspechs ist Lebenstedts Trainer Mathias Stanik stolz auf seine Elf.
“Die Mannschaft hat trotz des kritischen personellen Engpasses den ersten Dreier bei AKV erkämpft, dass wollen wir gegen Adersheim wiederholen”, so Stanik. In den weiteren Spielen “haben wir nichts zu verlieren”, gibt sich der Fortunen-Trainer verhalten.
Man darf gespannt sein: Werden beide Staffeln die 1655-Tore-Marke knacken? Das wäre bei 25 noch ausstehenden Spieltagen das Fünffache der aktuellen Torflut.
Salzgitter Zeitung: 15. September 2012, Lokalsport Salzgitter







