Verborgene Krankheiten

Es gibt Krankheiten, die nicht einfach so erkannt werden können. Ihre Symptome lassen sich durchaus auch anderen Krankheiten zuordnen oder werden mit bestimmten Lebensphasen assoziiert. Für die Patienten ist das sehr tragisch, denn ohne die richtige Diagnose kann man ihnen nicht angemessen helfen. Die vorgeschlagenen Therapien schlagen nicht an und führen so zusätzlich noch zu Verzweiflung und Frustration. Die psychische Komponente ist oft schlimmer als die Krankheit selbst. Eine Krankheit, die nur selten direkt erkannt wird, ist Hashimoto-Thyreoiditis, kurz Hashimoto. Benannt wurde die Krankheit nach ihrem Entdecker, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto.

Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der die T-Zellen das Schilddrüsengewebe angreifen und es so zerstören. Von der Schilddrüse gesteuerte Körperfunktionen arbeiten nicht mehr richtig und der Körper erfährt dadurch spürbare, wenn auch oft nur leichte Veränderungen. Besonders in der Anfangsphase sind diese Veränderungen sehr schleichend, was eine Diagnose zusätzlich erschwert. Zu den langfristigen Symptomen zählen Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Fiebergefühl ohne Fieber, Haarausfall, Lustlosigkeit und viele weitere Symptome. Es können nur einzelne Symptome auftreten oder auch ganze Pakete an Symptomen. Das ist bei jedem ein wenig anders.

Heilbar ist Hashimoto nicht, lediglich die tägliche Einnahme von Schilddrüsenhormonen kann die Symptome lindern oder gar ganz verschwinden lassen. Verwechselt wird Hashimoto besonders bei Frauen mit der Menopause, bei der es zu sehr ähnlichen Symptomen kommen kann. Bis zur richtigen Diagnose können damit Jahre vergehen. Das ist auch vielen anderen seltenen Krankheiten der Fall. Durch ihre extreme Seltenheit kommen Ärzte teils nie im Kontakt mit solchen Patienten und können dann auch keine Diagnosen stellen oder deuten die Symptome anders. Der Tag der seltenen Erkrankungen soll darauf aufmerksam machen. Er findet jedes Jahr am letzten Februartag statt. Hoffnung macht den Patienten die technologische Medizin. Mithilfe von Supercomputern können Ärzte heute viel schneller Hypothesen und Diagnosen aufstellen und so auch die Symptome seltener Krankheiten schneller und sicherer deuten.