“Wir müssen wieder lernen, uns vom Sackerl zu trennen”, schrieb mir mein Lebenstedter Bücherfreund Rolf-Ingo Behnke nach seinem Österreich-Urlaub.
Dort ist ein Sackerl eine Tragetasche. Gegenüber uns Piefkes liebt der Ösi blumigere Begriffe: Paradeiser für Tomate, Kluppe für Wäscheklammer oder Outwachler für Linienrichter.
Vieles klingt komisch, lautmalerisch aber schöner. Und nun das: Die 7000 Austriazismen, so nennt man die Schriftdeutschvarianten des Alpenlandes, sind vom Aussterben bedroht, schreibt Die Welt. Gerade junge Ösis ziehen die bundesdeutschen, vergleichsweise globaleren Begriffe vor.
Es könne zudem an der Zunahme deutscher Arbeiter – österreichisch: Hackler – liegen. Die Deutschen und Österreich lieben sich mehr denn je, zu Lasten der Austria-Sprache.
Ich persönlich finde das deppert. Zammscheißn möcht’ man die präpotenten Piefkes (überheblichen Deutschen) dafür. Besser in der Sonne Gugerschecken (Sommersprossen) bekommen und dabei aus dem Eiskasten (Kühlschrank) a Hüsn zwicken (ein Bier trinken). Damit genug zur Austriazismenrettung.
Sonst holen einige Lebenstedter gleich noch ein Speibsackerl…
Salzgitter Zeitung: 28. Juli 2012, Salzgitter LokalesKleine Linksammlung zu Austriazismen:
- Ostarrichi.org
- Österreichrisches Wörterbuch auf Oesterreichisch.net
- Wikipedia-Eintrag “Österreichisches Deutsch“
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Über Frank
Seit 1996 bin ich freier Mitarbeiter der Salzgitter-Zeitung, als Experte für das Geschehen im hiesigen Kreisfußball. Daneben sind meine Kolumnen seit 2005 fester Bestandteil im Lokalteil der Salzgitter-Zeitung. Zusammen mit Frau und Tochter sowie zwei gefräßigen wie faulen Stubentigern versuche ich das zu meistern, was das Leben, das Universum und der ganze Rest an Absurditäten für uns bereithalten.













































